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Produktpiraterie - Auf der NRW-Europa-Veranstaltung
diskutierten am 21.07.2011 ca. 30 Vertreter mittelständischer
Firmen Strategien zum Umgang mit Produktpiraterie

Teilnehmer aus Wirtschaft und Industrie
diskutieren zum Thema "Produktpiraterie".
Am 21.07.2011 diskutierten 30 Entscheidungsträger aus der
produzierenden Wirtschaft in Mülheim an der Ruhr mit Fachleuten
über Schutzoptionen und Strategien gegen die zunehmende Produktpiraterie,
vorrangig aus Asien mit Schwerpunkt China.
Durch Produktpiraterie entsteht allein der deutschen Wirtschaft
ein jährlicher Schaden in Höhe von 20-30 Mrd. Euro. Deutlich
wies Klaus Hoffmeister, Leiter des gewerblichen Rechtsschutzes vom
ZOLL in München darauf hin, dass die Zollbehörden ein
verlässlicher Partner für die betroffenen Firmen seien.
Allerdings betonte er angesichts der begrenzten Kapazität des
Personals, dass eine frühzeitige und vertrauensvolle Zusammenarbeit
zwischen Unternehmen und Zollbehörde unerlässlich sei.
"Wichtig ist vor allem die intensive Kommunikation zwischen
Zoll und Unternehmen, um effektiv Lieferungen gefälschter Waren
aufgreifen zu können."

Fast 80% der Plagiate kommen aus Asien, schwerpunktmäßig
aus China. Patentanwalt Cohausz verdeutlichte den Zuhörern,
dass Unternehmer trotz der zunehmenden Nachahmungen ihre Produkte
und Marken patentrechtlich schützen lassen sollten, und zwar
sowohl für die gesamte EU als auch in China. Die häufig
geäußerte Befürchtung der Unternehmen, mit der Patentschrift
praktisch eine Bauanleitung zum Kopieren gleich mitzuliefern, teilt
Prof. Cohausz nicht. Nach seiner Erfahrung betreiben die Produktpiraten
in erster Linie Product Reverse Engineering, um bestehende Produkte
1 zu 1 nachzubilden.

Herr Simons von der Firma 3S Simons aus Nottuln stellte eine Authentifizierungstechnologie
vor, die Unternehmen eine eineindeutige, rechtssichere Kennzeichnung
ihrer Produkte ermöglicht. Diese Technologie hat bereits in
vielen Prozessen den nutzenden Unternehmen einen schnellen Erfolg
vor Gericht gebracht, sei es um sich vor Produkthaftungsklagen zu
schützen, sei es um Patentverletzungen nachzuweisen.

Herr Wolf, Geschäftsführer der weltweit agierenden Turck-Gruppe
mit Sitz in Mülheim an der Ruhr, gab den Unternehmern in seinem
Praxisbericht gleich mehrere Ratschläge und Handlungsempfehlungen.
Als Produzent vor Ort rät er in China zu 100%igen Tochtergesellschaftern,
die auch von einem Expatriat geführt werden sollten. Zudem
sollten lokale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vermieden
und die deutsche Firmenkultur auch in den ausländischen Produktionsstätten
gelebt werden. Gleichzeitig riet er den Mittelständlern gegenüber
Plagiaten, Markenverletzungen sowie nicht autorisierten Händlern
zu konsequentem juristischen Vorgehen, auch wenn vor chinesischen
Gerichten nicht immer jeder Fall gewonnen werde. Dieses Vorgehen
habe jedoch eine hohe abschreckende Wirkung. Zudem sollte man sich,
soweit möglich, durch technische Sicherheitsmerkmale gegen
Imitate schützen.

Weiterführende Informationen zu den Inhalten und Beiträgen
dieser Veranstaltung erhalten Sie bei:
Dr. Bernhard Iking
Telefon: 0208/ 30004-73
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