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Kreative Innovationen sichern internationalen
Erfolg
Nordrhein-Westfalen bleibt Europas industrielles Kernland. Trotz
Strukturwandel und Wirtschaftskrise. Innovative Produkte und eine
internationale Ausrichtung lassen auch kleine und mittlere Unternehmen
optimistisch in die Zukunft blicken.
Wie zum Beispiel das Unternehmen enviplan aus Lichtenau-Henglarn.
Die Ingenieurgesellschaft bietet umwelttechnische Gesamtlösungen
und produziert sogenannte Mikroflotationsanlagen, die mit einem
patentierten Verfahren arbeiten und klassische Filtertechnik ersetzen.
Es hat gewagt, was sich immer noch zu wenige kleine und mittlere
Unternehmen (KMU) zutrauen: Den Schritt über nationale Grenzen.
So konnte der Spezialist für Wasseraufbereitung im Jahr 2010
gleich zwei Projekte mit spanischen und ägyptischen Partnern
realisieren, die dank der innovativen Technologie aus NRW Probleme
mit Abwässern aus der Olivenproduktion bzw. Marmorindustrie
lösten. Rund 35 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen
heute mit internationalen Projekten.
Tatkräftige Unterstützung erhielt es dabei durch das
Enterprise Europe Network, einem im Jahr 2008 von der EU-Kommission
initiierten Netzwerk, dem mittlerweile rund 580 Organisationen in
48 Ländern angehören. Als zentrales Instrument der KMU-Förderung
leistet es einen wichtigen Beitrag dazu, die Leitlinien der europäischen
Mittelstandspolitik umzusetzen. Unter dem Motto "Vorrang für
den Mittelstand" finden dort auch kleine Unternehmen große
Unterstützung. In Deutschland sorgen dafür 13 als Konsortien
organisierte Netzwerkpartner. Auch die für NRW zuständige
Anlaufstelle "NRW.Europa" bietet vielfältige Angebote
für mittelständische, technologieorientierte Unternehmen
sowie forschungsnahe Dienstleister und Universitäten. Unterstützung
erhält das aus der Mülheimer Zenit GmbH, die seit rund
25 Jahren in der Beratung rund um das Thema Europa aktiv ist, und
der NRW.Bank bestehende Konsortium auch vom Wirtschafts- sowie dem
Wissenschaftsministerium.
Dass nordrhein-westfälische Unternehmen im Ausland erfolgreich
sind, belegen auch Zahlen des Statistischen Landesamtes. Für
das Jahr 2010 ermittelten die Statistiker einen Anstieg der Exportwerte
gegenüber 2009 um mehr als 18 Prozent auf 162,1 Milliarden
Euro. Wichtigste Handelspartner waren gewohnheitsmäßig
die Länder der Europäischen Union. Durchschnittlich 65
Prozent der NRW-Exporte gingen dorthin. Rechnet man den Wert aller
exportierten Waren zusammen, liegt Nordrhein-Westfalen im Vergleich
zu den anderen Bundesländern auf Platz 1.
Zu den wichtigsten Export-Gütern gehören Chemische Erzeugnisse,
Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteile sowie Eisen- und Stahlerzeugnisse.
Auf Auslandsmärkten erfolgreich sind mittlerweile auch neuere
Wirtschaftsbereiche wie die Medien- und Internetwirtschaft, die
Life Sciences, die Mikro- und Nanotechnologie sowie die Umwelttechnik.
Vor allem innovative Produkte sind es, die NRW gut dastehen lassen.
Dabei werden Innovationen zunehmend von einem internationalen Gerüst
getragen. Nicht zufällig arbeiten Großkonzerne daher
eng mit internationalen Forschungsnetzwerken zusammen. Aber auch
KMU können sich, zum Beispiel über das 7. Forschungsrahmenprogramm
der EU, an internationalen Entwicklungsvorhaben beteiligen.
Indem es notwendige Projektpartner zusammen bringt, leistet das
internationale Netzwerk dabei praktische Hilfe. So trafen sich im
Herbst 2008 Vertreter der Universität Belfast und des Lüdenscheider
Kunststoff-Instituts in Mülheim, um sich über ein mögliches
Forschungsprojekt zur Verbesserung des Formgebungsverfahrens in
der Kunststoffindustrie auszutauschen. Ziel war es außerdem,
mit Hilfe von Energieeinsparungen die Kosten des Verfahrens deutlich
zu senken und damit den Wettbewerbsvorteil gegenüber der asiatischen
Konkurrenz zu erhöhen. Kurz darauf wurde beschlossen, einen
Förderantrag zu stellen. Dank der Aktivitäten des Netzwerks
kamen schnell zwölf Partner aus sechs Ländern zusammen,
die sich 2009 über einen positiven Förderbescheid freuen
konnten. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 2,1 Millionen Euro,
von denen rund 540.000 Euro nach NRW flossen, startete im August
2010.
Stark nachgefragt sind auch die anderen Netzwerkangebote. Dazu
gehört die Suche nach Vertriebspartnern im Ausland, Hilfe beim
Technologietransfer, Unterstützung von Internationalisierungsstrategien
und Informationen über öffentliche Finanzierungs- und
Förderinstrumente oder EU-Aktionsprogramme, die bei der Finanzierung
außenwirtschaftlicher Aktivitäten in EU-Ländern
helfen. Herzstück des Netzwerks ist eine Datenbank, in der
momentan rund 13.000 Technologieangebote und -gesuche aus 45 Ländern
gelistet sind. Persönlich können sich die Vertreter aus
Wirtschaft und Wissenschaft auf den jährlich rund 160 vom Netzwerk
organisierten Kooperationsbörsen kennenlernen.
Dass die zumeist kostenlosen Angebote gut ankommen, belegen nicht
nur zahlreiche, abgeschlossene Kooperationsvereinbarungen, sondern
auch die Einschätzungen von Unternehmern wie Reinhard Janzen,
Geschäftsführer der Oberhausener Leantechnik AG, die zu
den weltweit führenden Anbietern von Linear- und Automatisierungstechnik
gehört. "Gerade im für uns so wichtigen Bereich der
Internationalisierung hat uns die Beratung der Mülheimer Europa-Experten
über all die Jahre maßgeblich begleitet und dabei geholfen,
dieses Thema nicht nur strategisch anzugehen, sondern zum Beispiel
im Rahmen von Kooperationsbörsen auch Geschäftspartner
im Ausland zu finden. Unternehmen, die grenzüberschreitende
Aktivitäten planen, sollten dieses Know-how unbedingt nutzen."
Weitere Informationen unter www.nrw-europa.de
Autor:
Dr. Herbert Rath ist Berater und Prokurist des 1984 gegründeten
Zentrums für Innovation und Technik in NRW, ZENIT GmbH, mit
Sitz in Mülheim an der Ruhr
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